Die Zeit läuft für das Rot-Kreuz-Zentrum

23. Oktober 2008 von wladimirpeter

Was das Rote Kreuz Erlangen-Höchstadt bei der Aktion "Hilfe für Wladimir" geleistet hat, ist ohne Beispiel und noch gut in Erinnerung all der vielen, die sich die Not in der Partnerstadt vor allem Anfang der 90er Jahre zum Herzensanliegen gemacht hatten. Wenige aber wissen, daß sich das BRK auch um den Aufbau einer Partnerstruktur und eines Rot-Kreuz-Zentrums in Wladimir gekümmert hat - und das buchstäblich von der Sanierung eines bestehenden Gebäudes (mit Mitteln des DRK) bis hin zur Installierung eines Systems der häuslichen Pflege für schwerstkranke Patienten. Der guten Absichten und Taten also genug.

Jedoch: In all den Jahren wollte es nie gelingen, die BRK-Programme, zu denen auch Erste-Hilfe-Kurse gehören - in fähige Hände zu legen. Mal lag es an mangelndem Organisationstalent, mal an Ausbrüchen von Despotie und Unwillen, sich der Mühe der Sponsorensuche zu unterziehen. Dank der Langmut des BRK litten die Kranken nie darunter, denn über fast zehn Jahre hinweg wurden die Personalaufwendungen von Erlangen aus getragen, während die Stadt Wladimir auf eine Miete verzichtete und die Nebenkosten für das Gebäude trug. Doch ein Jahr lang währte der Streit mit dem letzten Geschäftsführer des Zentrums, Dr. Wiktor Lomykin, der sich buchstäblich aus seinem Büro herausklagen ließ und zwar auf dem Rücken der Patienten.

Nun scheint ein Neuanfang möglich. Gelingt der nicht, ist das Projekt endgültig gescheitert. Irina Sokolowa, die neue Vorsitzende des Roten Kreuzes Wladimir, hat während der Jubiläumstage mit Präsident Brüne Soltau und Direktor Jürgen Üblacker eine Übereinkunft getroffen, innerhalb eines Jahres die Programme mit Wladimirer Mitteln zu finanzieren. Die Zeit läuft ab jetzt, und das Geld aus Erlangen kommt noch einmal nach strengen Vorgaben, Abrechnungen und Abstufungen. Das Gebot der Stunde lautet deshalb, möglichst rasch in Wladimir Sponsoren zu finden.

Helfen dabei wird sicher Vizegouverneur Sergej Martynow, der vom 11. bis 15. November Erlangen besucht, um sich im gesamten sozialen Bereich umzutun und letzte Absprachen wegen des Projekts "Blauer Himmel" zu treffen. Aus Vorgesprächen mit Gouverneur Nikolaj Winogradow darf man schließen, daß die Regionalverwaltung Wladimir ein großes Interesse an einer funktionierenden Zusammenarbeit gerade bei sozialen Einrichtungen hat. Vielleicht gelingt es sogar eines Tages das zu verwirklichen, was schon lange als Projekt in der Schublade wartet: ein Hospiz für Wladimir. Wir werden es bald wissen und an der Stelle lesen können.

Quelle: http://erlangenwladimir.wordpress.com/

 

 

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