Seit 15 Jahren existiert nun bereits das "Erlangen Haus" in der russischen Partnerstadt Wladimir. Noch immer ist es Ausgangspunkt für grenzüberschreitende (Hilfs-)Projekte.
ERLANGEN/WLADIMIR (smö) - Wer die alten Fotos im Treppenaufgang des Erlangen Hauses in Wladimir sieht, staunt wie aus einer abbruchreifen Hütte so ein schmuckes Holzhaus entstehen konnte. Doch nicht nur die Hülle dieses rekonstruierten Kaufmannshauses aus dem 19. Jahrhundert ist bemerkenswert. Auch der Inhalt.
Hier ist vor allem ein Ort der Sprach- und Kulturvermittlung entstanden. Täglich finden Deutsch-Kurse statt. Die Gästezimmer ermöglichen es zudem, dass Geschäftsreisende oder Gruppen hier einen Anlaufpunkt in Russland finden, an dem ihnen mit viel Rat, Tat und Engagement zur Seite gestanden wird.
Als einst am Vorabend des 50. Jahrestages des Kriegsendes Dietmar Hahlweg und Igor Schamow, die Altoberbürgermeister der Partnerstädte, dieses Haus seiner Bestimmung übergaben, sahen sie es "als gelebtes Symbol der Versöhnung und Dach für eine gemeinsame Zukunft".
Im Erlangen Haus war es nun auch, wo Michail Wladimirow, der neue Vorsitzende des Roten Kreuzes in der Partnerstadt, am Internationalen Tag des Roten Kreuzes erfahren durfte, dass seiner Organisation aus Erlangen weiterhin Hilfe angeboten wird.
Martin Böller, Vorsitzender der Erlanger Bürgerstiftung, überreichte 2000 Euro, die über das Rote Kreuz bedürftigen Veteranen zugute kommen sollen. Darüber hinaus gab es 1900 Euro Spenden vom Förderverein Rotes Kreuz und 675 Euro von der Mohren-Apotheke und der Bären-Apotheke ebenfalls für die medizinische Unterstützung der Weltkriegsteilnehmer. Unterstützung, die von den Medien in Wladimir durchaus als "gelebtes Symbol der Versöhnung" verstanden wurde.
Artikel der EN v. 25.05.2010